(29.10.2013)Meganium schrieb: (29.10.2013)Kraurion schrieb: Wieso sollte sowas ein Privileg nur für Frauen sein?
Weil wenn ein Mann diese Dinge machen würde, z.B. einen anderen Mann trösten mit Küssen und Umarmungen, von der Welt verachtet wird.
Mal ganz davon abgesehen, dass so eine Botschaft nicht Sinn der Serie wäre (Rainbow Dash verkörpert ja z.B. dass Mädchen sich nicht wie Mädchen benehmen müssen, oder wie Lauren Faust es noch besser ausgedrückt hat: "There is more than one way to be a girl"): Ich habe ja nichts vom Element des Küssens gesprochen.
Ich mach es mal deutlich, indem ich typisches Männer-verhalten der existierenden Elemente als Beispiel nehme:
Loyalty: Loyal zu sein ist wohl das einfachste Element, wenn es darum geht, männliche Beispiele zu geben. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass man Loyalität mehr unter Männern findet. Frauen sind ja berühmt dafür, Konflikte durch hinterhältige Intrigen auszufechten, während Männer nicht nur für ihre bekannten offenen Kämpfe austragen, sondern auch innerhalb der Freundeskreise ein tieferes Verständnis für Kameradschaft verstehen. Neil Patrick Harris hat sogar ein ganzes Buch zu diesem Thema verfassen können. Der Bro Code ist ja quasi nichts anderes als Richtlinien zum Thema "How to Loyalty".
Prominentestes Beispiel, welches topaktuell für die Männlichkeit in Person steht, wäre somit die Serienfigur Barney Stinson.
Kindness: Unsere ganze Gesellschaft ist darauf aufgebaut, Freundlichkeit wenigstens vorzuspielen. Freundlich zu sein ist eigentlich eine Grundlage um im Leben zu bestehen (es sei denn man ist ein opportunistischer Drogendealer, der untergeht, sobald er mal Rücksicht nimmt). Ich kenne auch eins zwei Kerle die sagen "Man hat nur das Recht, dass man sich nimmt" und im Einzelgespräch volle Kanne auf Ellbogenrecht bestehen. Doch im Alltag erlebe ich oft genug, dass auch sie sich auch mal unterordnen können, da sie wissen: Ich kriege kein Geld, wenn ich dem Boss ein paar aufs Maul für die Überstunden gebe. Und dass mir keiner sagt "Ja, ich machs ja nur, weil ich es in dem Fall muss, ich bin bööööse." Egal wieso man es macht, man macht es nicht nur gegenüber oder unter Frauen, weil auch männliche Vorgesetzte und Freunde darauf stehen, freundlich angesprochen zu werden. Egal wie oft man sich im Freundeskreis mit "hey, du alter Gummilutscher, wieder von deiner Mutter runtergekommen?!" begrüßt, das ändert nichts daran, welche Vorteile man sich schon erarbeiten konnte, nur weil man im richtigen Moment höflich war, oder einfach mal zurückgesteckt hat.
Freundlichkeit ist so ein heftig wichtiger Soft Skill, dass ich die Substanz auch nicht ganz ergreifen und konkrete Beispiele nennen kann.
Ehrlichkeit: Jaja, man hört nur von Mädchen "Aber du hast mich angelogen", und das noch 4 Jahre nach der Lüge. Männer haken das normalerweise auch schneller ab, aber das Gegenteil von Ehrlichkeit sind keine Notlügen, sondern auch heftigeres Zeug wie Betrug. Und ich glaube nicht, dass vor allem Anti-regierungs-kampagnen nur von Frauen betrieben werden, weil Männer die Wahrheit 'irgendwie schwul' fänden. Bei Bill Clinton fanden auch Männer relativ scheiß, dass er einen Schwur als Präsident missbraucht hat, um seine eigene Haut zu retten.
Großzügigkeit: Es ist auch kein bisschen schwul oder verachtet, mal etwas zu verschenken. Sonst würde Weihnachten ja mit dem CSD gleichgesetzt sein. Weihnachten ist sowieso ein gutes Beispiel um zu zeigen, dass die Lehren aus MLP von der Männerwelt nur erfunden und von Hasbro umgesetzt wurde, dass es pastellfarbene Ponyfarben verkauft. Die Kirche, die selbst vor einigen Jahrzehnten noch extrem gegen Frauen im Mitspracherecht war, verbreitet immerhin schon immer "Nächstenliebe, Großzügigkeit" und so weiter. Das hat denen keine Frau eingeredet.
Bestes männliches Beispiel: Sankt Martin. Der Mann wurde aufgrund seiner Taten Heilig gesprochen, nicht zum Faggot seiner Zeit ernannt.
Laughter: Das Lachen. Wie viele Serien, und Witze basieren so extrem auf Schadenfreude, dass ich fast nur mit Männerfreunden lachen kann? Ich will nicht sagen, dass alle Frauen humorlos wären, aber ihre Schmerzgrenze ist oft niedriger und über richtig kranke Kacke kann ich nur mit Männern lachen.
Bestes Beispiel: So ziemlich jeder männliche Comedian, und viele Darsteller oder Regisseure und Drehbuchautoren von Comedy-Werken. Das sind (meist heterosexuelle) Männer, die sich gesagt haben "ich mache die Kunst des Lachens zu meinem Job.
Gamerloo schrieb:Ich glaube persönlich das man die gewohnten Elemente so wie sie sind auch auf einen Männertrupp Umsätzen könnte wobei man dann wahrscheinlich andere Eigenschaften hervor gehoben hätte.
Das muss man nichtmal, ohne umzubenennen

Loyalty war jeherr ein wichtiger Aspekt im Militär. Rainbow Dash schlüpft auch ohne ein Colt zu werden gerne in die Rüstung der Royal Guards. Ich denke, man kann den Hauptaspekt der Elemente sogar beibehalten und dabei die Sekundär-eigenschaften vertauschen, wie man möchte. Kein Grund wieso ein freundliches Pony nicht auch mutig sein dürfte. Das wäre dann eine Fluttershy, die in Gefahrensituationen ohne nachzudenken sich in die Gefahr stürzt, oder eine Applejack, die immer ehrlich bleibt, aber Pinkie Pie-mässige Sprüche reißt, gerade weil sie nicht lügen kann, und die Wahrheit daher versucht, in Rätseln oder unsinnigen Aussagen zu verstecken, statt plötzlich blass zu werden weil ihr keine Lügen einfallen (ähnlich wie der Riddler aus Batman).